Filmschau "Hannah Arendt" und Diskussion

14.10.2014, Kiew | Filmschau
Nachricht16.10.2014
Filmschau "Hannah Arendt" und Diskussion
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Veranstaltungsort: Kiew, Parlamentsbibliothek (vul. Hruschewskoho 1)

Anfang um 18:00, Eintritt frei. 

Der Film "Hannah Arendt" (Regie: Margarethe von Trotta) wird im Originalton mit ukrainischen Untertiteln vorgeführt.

Veranstalter: Friedrich-Naumann-Stiftung Ukraine in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut.

Die Veranstaltung findet im Rahmen Deutscher Wochen in der Ukraine statt.

Einführung und Diskussion nach dem Film: Michael Krigel, Journalist, stellvertretender Chefredakteur von Focus

Filmbeschreibung:

Hannah Arendt ist Beobachterin im Prozess gegen Adolf Eichmann. Sie erwartet die Konfrontation mit einem Monster. Stattdessen erlebt sie einen banalen Bürokraten. Reflektiertes Portrait einer mutigen und entschlossenen Frau. Biografischer Spielfilm über die Philosophin Hannah Arendt (1906-1975), vor allem ihre Beobachtung und Bewertung des Prozesses gegen Adolf Eichmann in Jerusalem.

Im Jahr 1933 verlässt die Jüdin ihre deutsche Heimat, geht zunächst nach Frankreich und 1941 nach Amerika. Dort arbeitet sie als Journalistin und avanciert zu einer anerkannten politischen Philosophin und Intellektuellen. 1961 wird sie von dem Magazin "The New Yorker" beauftragt, den Aufsehen erregenden Prozess gegen den NS-Verbrecher Adolf Eichmann in Jerusalem zu verfolgen.

Arendt versucht, Charakter und Motivation des berüchtigten Nazis zu verstehen. Ihre Beobachtungen und Gedanken verarbeitet sie in mehreren Artikeln, die kurz darauf auch als Grundlage für ihr wohl berühmtestes und zugleich umstrittenstes Buch dienen: "Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen" stößt teils auf harsche Kritik und Unverständnis, da sie Eichmann nicht als "Monstrum" beschreibt, sondern vielmehr als einen "banalen" Bürokraten, der seine grausamen Befehle so sorgfältig wie möglich ausführen wollte. Trotz aller gesellschaftlichen Ausgrenzungen und beruflichen Anfeindungen weicht Arendt nicht von ihrer Sichtweise ab.

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