Die neue Energiestrategie der Ukraine 2020

27.02.2015, Kiew | Rundtisch
Nachricht02.03.2015
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Die neue Energiestrategie der Ukraine 2020: Sicherheit, Energieeffizienz, Wettbewerb

Am 27. Februar 2015 fand in Kiew der Runde Tisch „Die neue Energiestrategie der Ukraine 2020: Sicherheit, Energieeffizienz, Wettbewerb“ statt. Er wurde gemeinsam vom Rasumkow-Zentrum und der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit organisiert und vom Ausschuss der Werchowna Rada der Ukraine für die Angelegenheiten des Brennstoff- und Energiekomplexes, der Nuklearpolitik und Atomsicherheit unterstützt. Es nahmen Experten des Energiemarktes, Mitglieder des ukrainischen Parlaments, Vertreter von Ministerien, wissenschaftlichen Institutionen, Energiefirmen, internationalen Organisationen und Botschaften teil. 

Anlass und Bezugspunkt für die Diskussion war die „Neue Energiestrategie der Ukraine 2020: Sicherheit, Energieeffizienz, Wettbewerb“
(s. http://razumkov.org.ua/upload/Draft%20Strategy_00%20%287%29.pdf auf Ukrainisch), die die Experten W. Omeltschenko, M. Hontschar, S. Holikowa, A. Perewertajew, H. Riabzew und O. Chabatiuk erarbeiteten und deren wichtigste Bestimmungen, Ziele und Aufgaben sie nun präsentierten. 

Zur Debatte standen folgende Leitfragen: 
• Energiesektor der Ukraine: Trends, Probleme und Perspektiven;
• Interne und externe Bedrohungen für die Energiesicherheit der Ukraine;
• Prioritäten für die Reformierung des Energiesektors der Ukraine und ihre legislative Absicherung.
Als die Hauptziele der Strategie wurden festgelegt:
• Gestaltung einer energieeffizienten Gesellschaft;
• Schaffung einer Energiegrundlage für die Förderung der Entwicklung einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft;
• Sicherheit und Zuverlässigkeit für die Lieferung und den Transport von Energieressourcen;
• Integration in eine europäische Energieunion, Stärkung der globalen Verbindungen. 

Die Strategie sieht die Reform und Modernisierung aller Branchen des ukrainischen Energiesektors vor. Es ist auch geplant, erneuerbare Energiequellen zu entwickeln.

Die Autoren der Strategie und andere anwesende Experten einigten sich in den wichtigsten Punkten: Die Ukraine solle vor allem ihr großes Potenzial für Energieeinsparung nutzen, so dass weniger Erdgas importiert werden muss. Die Realisierung dieses Potenzials erfordert keine erheblichen Finanzmittel im Vergleich zu den Kosten für die Schaffung neuer alternativer Energiekapazitäten, welche die Reduzierung von Erdgas ersetzen könnten. Die Ukraine sollte Anreize für die Heranziehung von privaten Investitionen im Bereich der Energieeffizienz schaffen. 

Nach der Meinung einiger Experten erfordert das Projekt der neuen Energiestrategie jedoch eine signifikante Nachbearbeitung. 
Der stellvertretende Direktor des Instituts für Wärmephysik der ukrainischen Akademie der Wissenschaften Borys Basok hält es für notwendig, dass die Ziele der Strategie weiter konkretisiert und Aufgaben reduziert werden, indem Prioritäten bestimmt werden.
Der Geschäftsführer der NRO „Energy Auditors’ & Energy managers‘ Supreme Council of Ukraine“ Volodymyr Mamalyha sagte, es sei schwierig, über eine Energiestrategie als solche zu sprechen, wenn die Energiebilanz der Ukraine fehle, also eine Aussage über die quantitative Gleichheit zwischen Einnahmen und Ausgaben von Energie und die Struktur der Erzeugung und Nutzung von Energie in der Wirtschaft. 

Die Schlussfolgerung der Experten waren: Der sparsame Umgang mit Energieressourcen aus eigener Produktion verbunden mit notwendigen Importmengen muss durch ein ausgewogenes System der Energiesicherheit gewährleistet werden, das in normalen und außergewöhnlichen Bedingungen flexibel arbeiten kann. Nur ein solches System wird das Überleben des Landes unter schwierigen äußeren Umständen garantieren, den Erhaltung seiner Souveränität, territorialen Integrität und weiterer wirtschaftlicher Entwicklung.

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