Projekt zur Steigerung der beruflichen Qualifikation von Journalisten gestartet

11. - 16.07.2016, Lviv | Seminar
Nachricht16.07.2016
Projekt zur Beruflichen Leistungsverminderung gestartet/ Projekt zur Steigerung der beruflichen Qualifikation von Journalisten gestartet
Share: 

Durch Hilfe aus Deutschland kann das Qualifikationsniveau von 1500 ukrainischen Journalisten erhöht werden.

Mit drei Seminaren in Lwiw wurde ein dreijähriges Gemeinschaftsprojekt der Akademie der Ukrainischen Presse und der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (unterstützt durch das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland) gestartet. Ziel ist es, das Qualifikationsniveau von Ukrainischen Journalisten zu erhöhen. Die ersten drei Trainings fanden für Journalisten aus den westlichen Oblasten der Ukraine vom 11. bis 16. Juli statt.

Zum Hintergrund des Projektes sagte Projektkoordinator der Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit Volodymyr Oliinyk: „Ich teile Julia Mostowas Gedanken, dass in der Ukraine das größte Problem nicht Korruption, sondern mangelnde Qualität in der Berufsausführung ist. In fast allen Bereichen gibt es nur unzureichende Professionalität, vor allem im Journalismus. Ich bin sehr froh, dass wir in Zusammenarbeit mit der Akademie der Ukrainischen Presse dieses anspruchsvolle Projekt zur Qualitätsverbesserung für Journalisten beginnen können. In den nächsten drei Jahren planen wir, etwa 1500 Journalisten weiterzubilden.“

Der Präsident der Akademie der Ukrainischen Presse Valeriy Ivanov führt weiterhin aus: „Die jüngsten Reformen der ukrainischen Gesellschaft sind ohne hochwertige Berichterstattung und objektive Analyse nicht möglich. Dennoch ist u.a. genau dies die Aufgabe u.a. der ukrainischen Journalisten.“ Des Weiteren meint Valeri Ivanov: „Erst recht, wenn das Vertrauen seitens der Gesellschaft in die Berichterstattung  über Konflikte und Konfrontationen sehr niedrig ist, wie die Umfragen des Instituts für Soziologie der Akademie der Wissenschaften der Ukraine zeigen.“

Die durchgeführten Trainings decken drei Themenbereiche ab: Erstens, journalistische Standards in den Konflikten, zweitens Verwaltungsreform und Dezentralisierung, sowie drittens die Gerichtsreform.

Den ersten Bereich deckten Volodymyr Mostowyj, der Vorsitzende der Kommission für journalistische Ethik Begründer der Zeitung Dserkalo Tyshnia sowie Oleksij Mazuka Journalist des „Radio Liberty“, und Begründer des „Öffentlichen Fernsehens von Donbas“

Die Darstellung von Standpunkten aller Seiten sei eine Voraussetzung der  journalistischen Arbeit bei der Berichterstattung über einen Konflikt. Ein Journalist solle für niemanden Partei nehmen, sondern unparteiisch bleiben, betonte Volodymyr Mostowyj, indem er über Nuancen der Arbeit und die Einhaltung von Berufsstandards ausführte.

Oleksij Mazuka rief seinerseits die Teilnehmer zur absoluten Neutralität bei der Konfliktberichterstattung auf und betonte, dass die journalistische Arbeit zu 80% aus der Überprüfung von Quellen und Fakten bestehe. Außerdem empfahl der Experte, stets wichtige Ansprüche an die Qualität der eingereichten Materialen zu: Genauigkeit, Unparteilichkeit, Ausgewogenheit von Fakten und Berichterstattung in Bezug auf die berufliche Ethik. Es solle eine sorgfältige Analyse von Ursachen und Auswirkungen erfolgen. Kommentare seien nicht zulässig.

Im zweitägigen Training lernten die Teilnehmer, wie man verantwortungsvoll über Konflikte, insbesondere bewaffnete berichtet und Informationsquellen prüft. Ferner wurden auch ethische, juristische etc. Einschränkungen erörtert.

Das zweite Training zum Themenbereich war der Verwaltungsreform und Zentralisierung gewidmet. Vor den Teilnehmern sprachen Vitali Zahaynyy Fachmann m Bereich der Selbstorganisation und Selbstverwaltung und Leiter des Zentrums für Bürgerinitiativen (CeHrIn)  sowie  Andrij Jurytschko, Medientrainer und Dozent des Instituts für Journalistik der Kiewer Nationalen Schewtschenko-Universität.

Oleksandra Hrynkiw, Journalistin aus Ternopil, ist von der Veranstaltung, von Trainern und Experten positiv beeindruckt. „Ich bin von der Veranstaltung, von Trainern und Experten positiv beeindruckt. Sie erklärten uns inhaltreich und zugänglich die wichtigsten Elemente der vom Plan vorgesehenen Thematik, indem sie allerlei Kenntnisse durch eigene Beispiele ergänzten, manchmal sogar sehr humorvoll, und dadurch die Diskussion bereicherten.“ Die Teilnehmer fanden die Atmosphäre freundlich. Außer den vermittelten und ‚neuen‘ Kenntnissen waren für sie auch der rege Gedankenaustausch und neue Kontakte zwischen den Teilnehmern, wichtig.

Das letzte Training zur Gerichtsreform wurde von Dr. jur. Mychajlo Shernakow, Mitglied des Rats und Hauptexperte für die Gerichtsreform der NROReanimation Package of Reforms“, ausgeführt. Zusammen mit Andrij Jurytschko und Valeri Ivanov referierte er vor den Teilnehmern dieses ebenfalls zweitägigen Trainings, über die Besonderheiten der Gerichtsreform in der Ukraine. Des Weiteren über Zusammenarbeit von Journalisten mit der Jurisdiktion. Die teilnehmenden Journalisten erhielten Empfehlungen für die Arbeit mit Richtern, Rechtsanwälten und Juristen. Den Teilnehmern wurde  erklärt, wie man eine im Material dargestellte Information sowie Quellen der Erhaltung von Auszügen aus Gerichtsentscheiden mit Dokumenten und Fakten richtig belegt.

An diesem letzten Training nahm auch Volodymyr Krawtschuk, Richter des Lwiwer Bezirksverwaltungsgerichts, teil. Er ergänzte die Diskussion mit eigenen Beispielen der Zusammenarbeit mit Journalisten während Berichterstattungen über Gerichtsverfahren, gab Empfehlungen für die Handlungen im Fall eines rechtswidrigen Verbots oder Konflikts im Gericht, wenn die Anwesenheit von Journalisten unerwünscht ist. Des Weiteren skizzierte er effektive Methoden der Zusammenarbeit von Journalisten und Richtern.

In der Auswertung des sechstägigen Trainingszyklus betonte der AUP-Präsident Valeri Ivanov, dass Qualitätsjournalismus eine der Komponenten einer demokratischen Gesellschaft sei. Er bedankte sich bei der Bundesrepublik Deutschland für die Unterstützung bei der Weiterbildung ukrainischer Journalisten.

Die Akademie der Ukrainischen Presse wird ähnliche Trainings in allen Regionen der Ukraine weiter durchführen.

Share: