Globale Energietrends aus dem Blickwinkel der nationalen Interessen der Ukraine

20. Oktober 2016, Kiew | Fachdiskussion
Nachricht04.11.2016
«Глобальні енергетичні тренди скрізь призму інтересів України»
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Am 20. Oktober 2016 fand in Kiew eine Fachdiskussion zum Thema ‚Globale Energietrends aus dem Blickwinkel der nationalen Interessen der Ukraine‘ statt. Sie wurde vom Razumkov-Zentrum organsiert. Der Anlass der Diskussion war eine gleichnamige Studie, erarbeitet durch Experten des Zentrums.

Des Weiteren, präsentierte der Direktor der Energieprogramme des Razumkov-Zentrums Volodymyr Omeltschenko den Diskussionsteilnehmern eine Publikation.

Die Studie analysiert die wichtigsten Merkmale globaler Energieentwicklung und die Rolle und Stellung der Ukraine in diesem Prozess. Insbesondere sind Kennzahlen  internationaler Trends in der Energiewirtschaft zu bestimmten Gebieten erörtert wurden. Auch sind die Prioritäten und Stützen der Energiepolitik der USA und der EU erläutert worden; die wichtigsten Aufgaben der Ukraine in der nahen Zukunft im Energiesektor auf Grund neuer Bestrebungen, mehr in den europäischen Energieraum integrieren zu wollen.

Die Studie gibt einen Überblick über die Entwicklung der globalen Energiewirtschaft. Bezüglich der allgemeinen Erhöhung des globalen Energieverbrauchs (wenn auch verlangsamt im Jahre 2015) wies die Ukraine die größte Senkung des Energieverbrauchs weltweit auf – 15,8%. Dies ist  aber kein Erfolg durch Einsparung des Energiehaushaltes, sondern durch den wirtschaftlichen Niedergang in den letzten Jahre verursacht worden– viele Ukrainische Betriebe mussten schließen und alleine dadurch wurde zwangsläufig der Energiehaushalt gesenkt.

In den letzten 5 Jahren zeigte sich global gesehen sehr deutlich eine steigende Tendenz zur immer wichtiger werdenden Rolle von alternativen Energiequellen und unkonventionellem Gas als Folge der ‚Schiefergas-Revolution‘, dem sogenannten ‚Fracking‘, in den USA.

Jedes Jahr wächst im internationalen Gashandel der Anteil von LNG (Flüssigerdgas), der im Jahr 2015 32% erreichte. Der dadurch erwähnte Trend wirkt sich positiv auf die Liberalisierung der Preise und die Bildung eines globalen Erdgasmarktes ein.

Der allgemeine Wettbewerb unter allen Gasexporteuren in Europa wird stetig wachsen, dies ermöglicht der Ukraine den Zugang zum Erdgas zu Marktpreisen.

In Bezug auf die Entwicklung der Kernenergie in der Welt zeigen Prognosen von renommierten internationalen Organisationen, dass die installierte Kapazität von Atomkraftwerken sich in den nächsten 25 Jahren jährlich um 2,4% steigen wird. In den letzten 10 Jahren wiederum verlagerte sich sehr stark das Zentrum nuklearer Energiequellen von Europa und den USA hin zu China und Indien.

Große Aufmerksamkeit wird der Entwicklung der Kernenergie in Russland geschenkt, da, Russland so  in den nächsten 10 Jahren die Kernenergieerzeugung um 32% erhöhen wird.

Besonderes Augenmerk wird auch auf die Entwicklung der erneuerbaren Energien gerichtet. Heute entwickeln die meisten Länder der Welt erneuerbare Energien auf Grund des Faktors Klimawandels. Von 189 Ländern, die auf sich Klimaverpflichtungen nehmen, bestimmen 147 die Entwicklung der erneuerbaren Energien als eine der Hauptrichtungen der Entwicklung der Energiewirtschaft.

Die Bekämpfung des Klimawandels hat dabei oberste Priorität in der Welt.

Die weltweit höchste Rückgangsrate von Treibhausgasemissionen im Jahre 2015 wurde in der Ukraine beobachtet - bis zu 195,1 Millionen Tonnen oder 18%. Es sollte dabei betont werden, dass diese Zahl nicht aufgrund von Umweltmaßnahmen erreicht wurde, sondern vor allem wegen eines starken Rückgangs der Wirtschaftsleistung.

Die Marktentwicklung von Elektroautos bleibt völlig im Einklang mit den Aufgaben der Menschheit im 21. Jh. : Im Kampf gegen den Klimawandel und für die Verbesserung der weltweiten Umweltsituation.

Das Razumkov-Zentrum und das Nationale Institut für Strategische Forschungen entwarfen eine neue Energiestrategie für die Ukraine, die die Entwicklung der Weltenergiemärkte und die Ziele und Mechanismen der Energiepolitikführender Staaten berücksichtigt hat.

An der darauffolgenden Besprechung, die vom amtierenden Vorsitzenden des Parlamentsausschusses für die Angelegenheiten des Brennstoff- und Energiekomplexes, der Atompolitik und nuklearen Sicherheit Oleksandr Dombrowski moderiert wurde, nahmen teil:

Mychajlo Hontschar, Präsident der Stiftung „Strategie XXI“

Oleksandr Diatschuk, wiss. Mitarbeiter des Instituts für Wirtschaftswissenschaft und Prognose, Nationale Akademie der Wissenschaften der Ukraine

Oleksandr Suchodolia, Leiter der Abteilung für technische und Energiesicherheit im Nationalen Institut für Strategische Forschungen

Switlana Holikowa, Mitglied des Strategierates des Kiewer Institute for Energy Research (KERI) und Direktorin der GmbH „TransEnergoConsulting“

Die Publikation wird vom Parlament, der Regierung und weiteren Exekutivorganen zur Entscheidungsfindung berücksichtigt.

Die Studie und Präsentation wurde von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit Ukraine und Belarus unterstützt.

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